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Germany 2005
Running Time: 43 Min.
Thailands Elefanten, diese faszinierenden, drei Tonnen schweren Kolosse,
die ein Menschenleben alt werden, sind eine aussterbende Spezies.
Jahr für Jahr vermindert sich die Population um fünf bis
zehn Prozent. Wird nichts unternommen, werden die grauen Riesen Thailands
in naher Zukunft der Vergangenheit angehören.
Philip Selkirk, Wiesbadener Filmemacher und Produzent, gelang mit
seiner Dokumentation „Der Elefant, sein Mahout und der Moloch“
ein bewegendes Zeitdokument.
Thailand. Sommer 2004.
Das „King’s Cup Elephant Polo Tournament“ in der
thailändischen Küstenstadt Hua Hin ist ein verrücktes,
glamouröses Event bei dem die Erde bebt, wenn die Teams gegeneinander
antreten. Die Polospieler weihen den Zuschauer uns in die unglaublichen
Talente der Dickhäuter ein, die freudig surrend und trompetend
dem Poloball hinterher jagen.
Auf der anderen Seite der Gesellschaft: Bangkok, lärmende, hektische
Großstadt. Ein Elefant und sein Führer – der Mahout – beim Betteln.
Der Mahout berichtet von seinem Schicksal – von der Arbeitslosigkeit,
die ihn traf, von seinen Verdiensten in der Stadt, wo er für
wenige Baht Bananen und Gurken an Passanten verkauft, die damit seinen
Elefanten füttern.
Es entfaltet sich die Zweiklassengesellschaft der thailändischen
Elefanten: auf der einen Seite die gepflegten Turniertiere von Hua
Hin, von denen viele im großzügigen „Thai Elephant
Conservation Center“ (TECC) leben, auf der anderen Seite die
gestressten Stadtelefanten, ständig in der Gefahr, mit einem
Auto zusammenzustoßen, sich die Beine zu brechen – ohne
medizinische Hilfe ein sicheres Todesurteil. Diese Tiere erspüren
in freier Wildbahn die Schritte eines nahenden Tigers. Das Donnern
der LKWs und der brühend heiße Asphalt in den Städten
ist für sie eine höllische Belastung.
Jedoch ist diese Zweiklassengesellschaft nicht mit reinem Schubladen-Denken
zu erfassen: Das Elefantenpolo-Turnier scheint der Inbegriff der Dekadenz
zu sein. Doch das Polo ist ein großer Charity-Event ist, dessen
Erlöse alleine dem Elefanten zugute kommen. Alle, ob Polospieler
oder Mahout, ob arm oder reich, vermarkten ihre Elefanten. Selbst
der Stoffwechsel der grauen Riesen muß Gewinn bringen –
die angeschlossene „Elephant Dung Paper“ - Fabrik macht
aus den faserigen Ausscheidungen bunte Papierblöcke für
Kinder.
Der Zuschauer lernt das Zuhause der Elefanten in der Provinz und die
Hintergründe des Dramas kennen. Unter dem Strich bleibt:
Es geht für die Elefanten nur noch mit, nicht mehr ohne die Menschen,
und es geht vor allem immer nur um eines:
ums Überleben, ob beim Polo oder beim Betteln.
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